Wer alte Kleidung loswerden will, muss nicht zwingend zum Altkleidercontainer. Je nach Zustand der Textilien gibt es sinnvollere Alternativen – und bei falscher Entsorgung kann sogar ein Bußgeld fällig werden.
Erst sortieren: tragbar, reparierbar oder unbrauchbar?

Vor jeder Weitergabe lohnt es sich, die alten Klamotten in drei Gruppen aufzuteilen: noch tragbare Stücke, Teile die sich reparieren oder upcyceln lassen, und tatsächlich Unbrauchbares. Eine nützliche Prüffrage dabei: Würdest du das Teil selbst noch tragen oder jemandem schenken?
Für Kleidersammlungen gilt laut BVSE als Faustregel: Die Kleidung sollte sauber, trocken, gut erhalten und noch tragbar sein. Kaputte oder stark verschmutzte Textilien belasten die Sortierung und können ganze Sammelmengen unbrauchbar machen. Wenn die Qualität stimmt, lassen sich laut Verbraucherzentrale NRW mehr als 90 Prozent der in Containern erfassten Textilien wiederverwenden oder verwerten.
Schuhe gehören nur paarweise gebündelt in die Sammlung. Defekte Schuhe kommen laut Verbraucherzentrale in den Hausmüll oder Restmüll, wenn eine Reparatur nicht mehr sinnvoll ist. Auch gut erhaltene Heimtextilien wie Bettwäsche, Tischdecken, Decken, Gardinen und Handtücher eignen sich für die Altkleidersammlung.
Gut erhaltene Kleidung: Spenden, verkaufen oder tauschen

Bei noch tragbaren Textilien ist die direkte Weitergabe oft sinnvoller als der Container. Das DRK führt Kleiderläden und Kleiderkammern ausdrücklich als Alternative auf. Für solche Direktspenden eignen sich gut erhaltene Kleidung, Schuhe, Wäsche, Bettzeug und Decken – Sauberkeit ist dabei entscheidend, weil viele Einrichtungen Spenden weder reinigen noch reparieren können.
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Auch Caritas oder Diakonie können eine Anlaufstelle sein, wobei die Annahmeregeln je nach Standort unterschiedlich sind. Es empfiehlt sich, vorher nach Bedarf und Annahmezeiten zu fragen, etwa zu Saisonware und Mengen.
Wer nicht spenden möchte, kann Kleidung verkaufen oder tauschen. Dafür kommen in Frage:
- Secondhandplattformen wie Vinted, Sellpy oder Momox
- Kleidertauschpartys
- Kleinanzeigen
- Private Weitergabe im Freundeskreis
Alle diese Wege haben auch Nachteile: Verkaufen kostet Zeit, beim Onlineverkauf kommt Versand hinzu, und soziale Einrichtungen nehmen nicht jederzeit alles an. Trotzdem verlängert sich so die Nutzungsdauer tragbarer Kleidung, was der Umwelt zugutekommt.
Kaputte oder verschmutzte Textilien: Upcycling oder lokale Entsorgungsregeln beachten

Ist ein Kleidungsstück nicht mehr tragbar, lässt sich aus sauberem Material noch etwas machen – etwa Putzlappen oder Abschminkpads aus Stoffresten oder kaputten Klamotten.
Für alles, was sich nicht mehr verwerten lässt, gelten seit 2025 die Regeln der jeweiligen Kommune. Das Bundesumweltministerium erklärt: Zerschlissene und verschmutzte Kleidung kann in den Restmüll, wenn es vor Ort keine spezielle Sammlung dafür gibt. Die Website des lokalen Entsorgers oder die kommunale Abfallberatung gibt Auskunft, bevor nicht tragbare Textilien einfach weggeworfen werden.
Für Textilien mit gefährlichen Anhaftungen gelten Sonderregeln. Die Stadtreinigung Leipzig ordnet etwa Textilien mit Fett, Öl oder Benzin der Schadstoffsammlung zu. Andere Kommunen können abweichende Regeln haben.
Wann ein Bußgeld droht – und was als illegale Ablagerung gilt

Säcke neben einem Container abstellen oder Kleidung auf ehemaligen Containerflächen ablegen ist keine Grauzone. Die Stadt Dreieich ordnet solche Ablagen als illegale Müllablagerung ein, die ein Bußgeld nach sich ziehen kann – auch wenn die Kleidung gut gemeint „für andere“ sichtbar abgestellt wird.
Die Beträge unterscheiden sich je nach Region: In Bayern werden laut Bußgeldkatalog 35 Euro für illegal entsorgte Kleidungsstücke fällig, in Hamburg liegt die Strafe zwischen 50 und 100 Euro.
Auch Kisten mit der Aufschrift „Zu verschenken“ auf der Straße können als illegale Müllablagerung gewertet werden. Zum Verschenken eignen sich besser entsprechende Plattformen, private Übergaben oder genehmigte Orte.
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