Rote Zwiebeln enthalten mehr Quercetin als gelbe und weiße Sorten – und eine kanadische Laborstudie deutet darauf hin, dass genau dieses Flavonoid am wirksamsten gegen Darmkrebszellen wirkt. Damit gilt die rote Zwiebel vorläufig als gesündeste der drei Arten, auch wenn Humanstudien noch ausstehen.
So unterscheiden sich die drei Zwiebelarten in Geschmack und Verwendung
Etwa 10 Kilogramm Zwiebeln isst jede Person in Deutschland pro Jahr, und 2024 wurden rund 744.000 Tonnen auf deutschen Feldern geerntet. Den größten Anteil daran haben gelbe Zwiebeln; weiße und rote werden seltener angebaut.
- Gelbe Zwiebeln haben eine gelb-braune Schale und weißes Inneres. Ihr kräftig-aromatischer, leicht süßlicher Geschmack macht sie zur ersten Wahl für Schmorgerichte, Suppen und Eintöpfe. Der höhere Allicin-Gehalt macht sie schärfer als rote Zwiebeln.
- Weiße Zwiebeln sind innen wie außen weiß, haben eine feine Schale und ein sehr mildes Aroma. Da sie kaum Farbe abgeben, eignen sie sich gut für helle Soßen. In Deutschland werden sie selten verwendet, in Südeuropa häufiger.
- Rote Zwiebeln besitzen eine tiefrote bis violette Schale und sind auch innen teils rötlich. Ihr Geschmack ist würzig, leicht scharf und süßlich – weniger intensiv als bei gelben Zwiebeln. Wegen ihrer auffälligen Optik werden sie gerne roh in Salaten und Bowls eingesetzt.
Welche Inhaltsstoffe machen Zwiebeln gesund?
100 Gramm rohe Zwiebeln liefern 160 Milligramm Kalium, 11 Mikrogramm Folsäure, 517 Mikrogramm Niacin (Vitamin B3) und 7 Milligramm Vitamin C. Dazu kommen sekundäre Pflanzenstoffe, ätherische Öle und Schwefelverbindungen.
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Besonders relevant sind zwei Stoffgruppen: Flavonoide kommen vor allem in roten und gelben Zwiebeln vor. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wirken sie antioxidativ, blutdrucksenkend, entzündungshemmend und antibiotisch und werden mit einem verringerten Risiko für bestimmte Krebsarten sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Sulfide, die für den typischen Geruch und Geschmack verantwortlich sind, zeigen ebenfalls antibiotische, antioxidative und blutdrucksenkende Eigenschaften und werden ebenfalls mit einem geringeren Krebsrisiko in Verbindung gebracht.
Was die Forschung über den Gesundheitswert von Zwiebeln sagt
Nicht ohne Grund war die Zwiebel 2015 Heilpflanze des Jahres. Drei Literaturanalysen geben Hinweise auf konkrete Wirkungen:
- Eine Analyse von 2021 deutet darauf hin, dass Zwiebeln positiv gegen oxidativen Stress sowie auf das Entzündungs- und Immunsystem wirken können.
- Eine Analyse von 2018 weist auf eine gesundheitsfördernde Wirkung bei Adipositas, Hyperlipidämie, Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin.
- Ein Review von 2015 gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Zwiebeln und Knoblauch und einem verminderten Krebsrisiko – weitere Untersuchungen seien jedoch notwendig.
Beliebte Hausmittel wie Zwiebelwickel, Zwiebeltee oder Hustensaft aus Zwiebeln sind hingegen wissenschaftlich nicht belegt.
Rote, gelbe oder weiße Zwiebel – welche ist tatsächlich am gesündesten?
Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk: „Mir sind keine Studien bekannt, wo man Zwiebelarten verglichen hat, was den Gesundheitswert angeht. Das wäre auch relativ schwierig, weil tausende von Inhaltsstoffen in der Zwiebel enthalten sind, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken.“
Eine kanadische Studie liefert dennoch einen ersten Anhaltspunkt: In Laborversuchen mit Darmkrebszellen zeigte die Zwiebelsorte mit dem höchsten Quercetin-Anteil die stärkste Wirkung gegen Krebszellen. Da rote Zwiebeln den höchsten Quercetin-Gehalt aller drei Arten haben, gelten sie auf Basis dieser Untersuchung als die gesündeste Sorte – allerdings sind Humanstudien notwendig, um diese These zu belegen.
Entscheidender als die Wahl einer einzelnen Zwiebelsorte ist eine insgesamt abwechslungsreiche Ernährung: Je mehr verschiedene Lebensmittel auf dem Teller landen, desto mehr unterschiedliche Nährstoffe werden aufgenommen. Die Frage, welche Zwiebelart im Alltag verwendet wird, bleibt solange nachrangig, bis vergleichende Humanstudien eindeutige Antworten liefern.
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