Auch bei Regen solltest du regelmäßig lüften, denn das senkt die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen wirksam und beugt Schimmel vor. Nur in wenigen Ausnahmesituationen bringt es wenig.
Warum feuchte Außenluft im Zimmer trotzdem trockener wird
Beim Lüften strömt Außenluft ins Zimmer – bei Regen oft Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit. Entscheidend ist jedoch, was anschließend passiert: Sobald die Wohnung oder eine Heizung diese kalte Luft erwärmt, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit deutlich.
Der Grund liegt in einer physikalischen Eigenschaft von Luft: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Luft, die bei 10 °C vollständig gesättigt ist (100 Prozent relative Luftfeuchtigkeit), kommt bei 20 °C auf weniger als 50 Prozent. Sie ist dann vergleichsweise trocken – obwohl draußen Regen fällt.
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Regen bedeutet außerdem nicht automatisch hohe Luftfeuchtigkeit draußen. Die relative Luftfeuchtigkeit hängt auch von der Außentemperatur ab. Die meisten Wetter-Apps zeigen den aktuellen Wert an.
Wann Lüften bei Regen wenig bringt oder schädlich ist
Es gibt zwei Situationen, in denen du auf das Lüften verzichten oder es einschränken solltest:
- Gleiche Innen- und Außentemperatur: Wenn es draußen etwa so warm oder so kalt ist wie drinnen, erwärmt sich die einströmende Luft kaum – die Luftfeuchtigkeit im Raum sinkt dann möglicherweise nicht. In diesem Fall hilft zusätzlich Heizen.
- Starker Regen und Sturm: Bei heftigem Regen oder Sturm solltest du die Fenster geschlossen halten, damit kein Wasser eindringt und Wände oder Böden beschädigt.
Energieexperte Martin Brandis von der Verbraucherzentrale empfiehlt, die Raumtemperatur im Winter nicht unter 16 °C fallen zu lassen, um Schimmelbildung zu verhindern. Lüften allein reicht also nicht – Heizen gehört dazu.
Schimmel vermeiden: Richtig lüften, auch bei Regen

Wie du beim Lüften im Regen vorgehst, beeinflusst das Ergebnis maßgeblich. Diese Punkte helfen:
- Stoßlüften oder Querlüften: Öffne ein oder mehrere Fenster für einige Minuten vollständig. So wird die Luft schnell ausgetauscht, ohne dass Wände und Böden auskühlen.
- Hygrometer nutzen: Die Dauer und Häufigkeit des Lüftens hängt von der tatsächlichen Luftfeuchtigkeit ab. Ab 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit solltest du unabhängig vom Wetter lüften. Ein Hygrometer zeigt diesen Wert zuverlässig an.
- Fenster nur kippen ist weniger effektiv: Gekippte Fenster tauschen Luft langsamer aus. Zudem kühlt der Bereich ums Fenster aus, was Kondenswasser und damit Schimmelbildung begünstigt.
- Windabgewandte Seite bevorzugen: Öffne bei Regen möglichst Fenster auf der windabgewandten Seite, damit kein Spritzwasser eindringt.
- Heizung während des Lüftens abdrehen: Läuft die Heizung beim Lüften weiter, entweicht die warme Luft schneller nach draußen – das verbraucht unnötig Energie. Nach dem Schließen der Fenster kannst du sie wieder aufdrehen.
- Morgens und abends lüften: Wer tagsüber nicht zu Hause ist, sollte zumindest zweimal täglich gründlich lüften. Küche und Bad erzeugen besonders viel Feuchtigkeit und brauchen besondere Aufmerksamkeit.
Lüften im Sommer: andere Regeln
Im Sommer geht es beim Lüften darum, die Hitze draußen zu lassen. Öffne die Fenster dann möglichst morgens und abends, wenn die Außentemperatur am niedrigsten ist. Eine Wetter-App hilft, den günstigsten Zeitpunkt zu finden.
Wer unsicher ist, ob sich in der Wohnung bereits Schimmel bildet, kann mit einem Schimmel-Testkit prüfen, ob ein Problem besteht.
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