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Alter Stromzähler dreht sich rückwärts – was das Solarpaket 1 dazu erlaubt

Alter Stromzähler dreht sich rückwärts – was das Solarpaket 1 dazu erlaubt

Seit dem Solarpaket 1 im Jahr 2024 ist es ausdrücklich erlaubt, dass sich ein alter Stromzähler rückwärts dreht, wenn ein Balkonkraftwerk mehr Strom erzeugt als gerade verbraucht wird. Es handelt sich dabei um eine gesetzlich geregelte Übergangslösung, die den Anschluss von Balkonkraftwerken erleichtern soll.

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Wie der rückwärtsdrehende Zähler funktioniert

Produziert dein Balkonkraftwerk mehr Strom als du gerade benötigst, fließt der Überschuss ins öffentliche Netz. Bei einem modernen Zähler geschieht das unvergütet. Bei einem alten Ferraris-Zähler hingegen dreht sich die Anzeige rückwärts – deine Stromrechnung sinkt um den gesamten eingespeisten Betrag.

Der finanzielle Unterschied ist spürbar: Ein Balkonkraftwerk mit zwei Modulen kann bei guter Ausrichtung etwa 900 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr erzeugen. Ohne rückwärtsdrehenden Zähler verbrauchst du schätzungsweise 30 bis 50 Prozent davon direkt selbst – das ergibt bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh eine jährliche Ersparnis von 81 bis 135 Euro. Dreht sich der Zähler rückwärts, kannst du dagegen bis zu 270 Euro im Jahr sparen.

Was du tun musst – und was nicht

Die einzige Pflicht, die du erfüllen musst: Melde dein Balkonkraftwerk innerhalb eines Monats nach dem Anschluss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur an. Die Anmeldung ist kostenlos und laut Quelle in etwa fünf Minuten erledigt.

Vor dem Solarpaket 1 galt das nicht. Wer damals noch einen alten Zähler hatte, musste diesen zuerst austauschen lassen – andernfalls drohten rechtliche Konsequenzen.

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Wer den Zähler austauscht und was das kostet

Um den Zählertausch musst du dich nicht selbst kümmern. Sobald du die Anlage im Marktstammdatenregister eingetragen hast, informiert die Bundesnetzagentur automatisch deinen regionalen Netzbetreiber. Dieser nimmt dann Kontakt auf, um einen Termin für den Austausch zu vereinbaren.

Wie lange das dauert, hängt von der Region und der Auslastung des Netzbetreibers ab – es können wenige Wochen, aber auch mehrere Monate sein. Während der gesamten Wartezeit darf der Zähler rückwärts laufen. Die früher genannte Frist von vier Monaten stammt aus einer älteren Fassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und gilt nicht mehr.

Der Zählertausch selbst ist grundsätzlich kostenlos. Wird dabei ein Smart Meter eingebaut, darf der Messstellenbetreiber für dessen Betrieb bis zu 30 Euro pro Jahr verlangen. Mietern werden diese Kosten vom Vermieter berechnet, der sie voraussichtlich auf die Nebenkosten umlegt. Da alle Haushalte bis 2032 ohnehin einen Smart Meter erhalten, ist diese Gebühr spätestens dann für alle relevant.

Achtung: Einige Messstellenbetreiber verlangen unzulässig hohe Pauschalen für den Einbau oder überhöhte Jahresgebühren. Bei zu hohen Rechnungen kannst du Beschwerde einlegen oder die Schlichtungsstelle Energie e.V. einschalten.

Was droht, wenn du dein Balkonkraftwerk nicht anmeldest

Wer die Anlage nicht im Marktstammdatenregister registriert, begeht laut § 95 des Energiewirtschaftsgesetzes eine Ordnungswidrigkeit. Es kann eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Die mögliche Ersparnis durch einen rückwärtsdrehenden Zähler wiegt dieses Risiko bei Weitem nicht auf.

Wie viel du bis zum Zählertausch sparen kannst

Das hängt vor allem davon ab, wann du das Balkonkraftwerk anschließt und wie schnell dein Netzbetreiber handelt. Die Jahreszeit spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Nimmst du die Anlage beispielsweise am 1. Oktober in Betrieb und der Zählertausch erfolgt nach zwei Monaten, erzeugt ein Zwei-Modul-Balkonkraftwerk in dieser Zeit rund 70 kWh. Diese Menge wird in der Regel vollständig selbst verbraucht – die zusätzliche Ersparnis durch den rückwärtsdrehenden Zähler liegt dann bei etwa 0 Euro.

Startest du dagegen am 1. Mai, kommen im gleichen Zweimonatszeitraum rund 240 kWh zusammen. Verbrauchst du davon die Hälfte selbst und speist die andere Hälfte ein, landen etwa 120 kWh auf dem rückwärtslaufenden Zähler. Bei 30 Cent pro kWh entspricht das einer zusätzlichen Ersparnis von rund 36 Euro.

Wer also den größtmöglichen Nutzen aus einem alten Zähler ziehen möchte, sollte das Balkonkraftwerk im Frühjahr anschließen – bevor die ertragsstarken Sommermonate beginnen.

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