Im Herbst greifen viele Hobbygärtnerinnen und -gärtner zur Laubsaugdüse, kaufen bunte Töpfe mit Knospenheide und räumen Beete gründlich auf. Doch einige dieser Gewohnheiten schaden Insekten, Igeln und anderen Kleintieren mehr, als sie nützen. Wer ein paar Dinge bewusst weglässt, tut seinem Garten und der Natur einen größeren Gefallen.
Herbstblumen: Nicht jede Blüte ist eine Bienenweide
Knospenheide ist im Herbst überall zu haben – doch ihre Blüten bleiben geschlossen, sodass Nektar und Pollen für Insekten kaum erreichbar sind. Auch bei Chrysanthemen lohnt ein genauer Blick: Stark gefüllte Sorten machen Staubblätter und Nektarien für Bestäuber schwer zugänglich. Offene, ungefüllte Blüten sind deutlich besser geeignet.
Wähle stattdessen Besenheide mit geöffneten Blüten, ungefüllte Herbstastern oder einfach blühende Chrysanthemen. Pflanzen aus regionaler oder ökologischer Anzucht sind dabei vorzuziehen.
Dasselbe gilt beim Kauf von Blumenzwiebeln für das Frühjahr: Krokusse, Winterlinge, Schneeglöckchen und Wildtulpen gehören zu den ersten Nahrungsquellen des Jahres, wenn nach dem Winter noch wenig blüht. Gefüllte Sorten solltest du auch hier eher meiden – ungefüllte, naturnahe Varianten sind für Insekten besser zugänglich.
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Laubsauger und Mähroboter: Gefahr für Kleintiere
Laubsauger verbrauchen viel Energie, sind laut, und Modelle mit Verbrennungsmotor stoßen schädliche Abgase aus. Das größte Problem: Kleintiere wie Insekten, Regenwürmer, Spinnen und Frösche werden mit aufgesaugt und sterben in Geräten mit Häckselfunktion. Rechen oder Besen sind die bessere Wahl. Laub darf unter Bäumen und Sträuchern liegen bleiben oder zu Haufen aufgeschichtet werden.
Mähroboter sind für Igel lebensgefährlich. Da sie lautlos fahren und häufig auch nachts im Einsatz sind, bemerken nachtaktive Igel die Gefahr nicht rechtzeitig. Anstatt zu fliehen, rollen sie sich zusammen und erstarren – und werden von den scharfen Messern verletzt. Wer einen Mähroboter besitzt, sollte ihn so selten wie möglich einsetzen. Für kleine Gärten unter 200 Quadratmetern empfiehlt sich ein Handrasenmäher.
Aufräumen, Unkrautvernichter, Kunstdünger: Wann weniger mehr ist
Ein gründlicher Herbstputz sieht ordentlich aus, nimmt Tieren aber Lebensraum und Nahrung weg. Laubreste, Reisighaufen und verblühte Stauden bieten Igeln Unterschlupf und Vögeln sowie Bienen Futter. Heimische Sträucher und Blumenreste muss man daher nicht zwingend entfernen.
Chemische Mittel gegen Wildkräuter schädigen häufig auch Bienen, Schmetterlinge und Bodenlebewesen. Besser ist es, Unkraut von Hand zu jäten, Schädlinge abzusammeln und nützliche Wildkräuter wie Löwenzahn gezielt stehen zu lassen. Als natürliche Alternativen bei Schädlingsbefall werden Neemöl oder Brennnesseljauche genannt.
Mineralische Kunstdünger solltest du im naturnahen Garten nicht vorsorglich oder großzügig einsetzen. Ihre Herstellung ist energieintensiv, überschüssige Nährstoffe können ins Grundwasser gelangen, und sie tragen nicht zum Humusaufbau bei. Dünge nur, wenn deine Pflanzen tatsächlich Nährstoffe brauchen, und halte dich an die Dosierung. Kompost, Mulch und Gründüngung sind nachhaltigere Alternativen – auch organische Dünger sollten sparsam eingesetzt werden, da ihre Nährstoffe bei Überdosierung ebenfalls ausgewaschen werden können.
Torfhaltige Erde und Schottergärten schaden Natur und Klima
Blumenerde mit Torfanteil stammt aus trocken gelegten und zerstörten Mooren. Der Torfabbau setzt gespeichertes CO₂ frei und schadet Pflanzen, Tieren und dem Klima. Greife stattdessen zu torffreier Erde, erkennbar am entsprechenden Label, oder lege einen eigenen Kompost an.

Schottergärten gelten als pflegeleicht, sind es aber nicht wirklich: Sie heizen sich im Sommer stark auf, speichern kein Wasser und bieten weder Nahrung noch Schutz für Tiere. Heimische, trockenheitsverträgliche Pflanzen wie Sand-Thymian, Scharfer Mauerpfeffer, Weiße Fetthenne oder Zierlauch sind die bessere Wahl.

Rasen als Monokultur: Warum seltenes Mähen hilft
Kurzgeschnittener Rasen bietet Insekten weder Nahrung noch Nistmöglichkeiten. Biologe Jens Rolff von der Freien Universität Berlin erklärt: „Wenn Wiesen nur zweimal im Jahr gemäht werden, kommt das vor allem Wildbienen, Schmetterlingen und Wanzen zugute.“ Eine Wildblumenwiese oder zumindest eine wilde Ecke im Garten sind wirkungsvolle Alternativen.

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