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Fünf Mythen über Schokolade – was wirklich stimmt und was nicht

Fünf Mythen über Schokolade – was wirklich stimmt und was nicht

Ob dunkle Schokolade gesund ist, ob Süßes Pickel verursacht oder ob aus Weihnachtsmännern Osterhasen werden: Zum Internationalen Tag der Schokolade am 13. September stehen fünf verbreitete Behauptungen auf dem Prüfstand.

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Dunkle Schokolade ist gesund – nur teilweise richtig

Dunkle Schokolade enthält meist mehr Kakaoflavanole als Milchschokolade. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat festgestellt, dass diese Pflanzenstoffe die Funktion der Blutgefäße unterstützen können, indem sie zur Gefäßerweiterung beitragen.

Die EFSA benennt dafür eine tägliche Menge von 200 Milligramm Kakaoflavanolen. Das ist jedoch keine allgemeine Verzehrempfehlung, sondern die Menge, die dem beschriebenen Effekt zugrunde gelegt wird. Je nach Produkt können 200 Milligramm bereits in rund 10 Gramm Schokolade enthalten sein – bei flavanolärmeren Sorten wären größere Mengen nötig. Allein aus dem Kakaoanteil auf der Verpackung lässt sich der genaue Flavanolgehalt nicht ablesen. Dass dunkle Schokolade generell ein gesundes Lebensmittel ist oder vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt, folgt daraus nicht.

Schokolade verursacht Pickel – bisher ungeklärt

Einen eindeutigen ursächlichen Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und Akne hat die bisherige Forschung nicht belegt. Eine systematische Übersichtsarbeit fand jedoch Hinweise darauf, dass eine Ernährung mit höherem glykämischem Gehalt mit Akne in Verbindung stehen könnte. Dabei spielen sowohl die Geschwindigkeit des Blutzuckeranstiegs als auch die Menge verwertbarer Kohlenhydrate eine Rolle.

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Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass Milchschokolade typischerweise Zucker und Milchbestandteile enthält – welcher davon für einen möglichen Effekt verantwortlich ist, lässt sich kaum trennen. In einigen Beobachtungsstudien werden Milchprodukte mit Akne in Verbindung gebracht. Auch Insulin und der insulinähnliche Wachstumsfaktor IGF-1 können Prozesse beeinflussen, die bei der Entstehung von Akne eine Rolle spielen. Eine abschließende Antwort gibt es nicht.

Schokolade war nicht immer süß

Supermarkt-Schokolade schmeckt heute fast durchweg süß – historisch war das anders. Forschende gehen davon aus, dass der Kakaobaum im oberen Amazonasgebiet domestiziert wurde; Nachweise aus dem heutigen Ecuador reichen rund 5.300 Jahre zurück. In Südamerika und später in Mesoamerika bereiteten Menschen Kakaogetränke mit Wasser und regionalen Gewürzen zu, die meist bitter schmeckten und gelegentlich mit Honig gesüßt wurden.

Nach der Einführung des Kakaos in Europa wurde das Getränk zunehmend mit Zucker versetzt. Die moderne Tafelschokolade entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert.

Schokolade macht glücklich – kurzfristig möglich, dauerhaft nicht belegt

Eine systematische Übersichtsarbeit wertete Studien über die Auswirkungen von Schokolade auf Stimmung und kognitive Funktionen aus. Die Ergebnisse waren gemischt: Einige Untersuchungen zeigten eine kurzfristige Stimmungsverbesserung, andere keinen eindeutigen Effekt. Ein anhaltend positiver Effekt ist nicht belegt.

Zur kurzfristigen Reaktion können laut der Forschung mehrere Faktoren beitragen: Geschmack, Geruch und das sogenannte Mundgefühl – also das Knacken beim Abbeißen, die cremige Konsistenz und das Schmelzverhalten. Daneben werden Inhaltsstoffe wie Kakaoflavanole, Koffein und Theobromin untersucht. Auch persönliche Erwartungen, Vertrautheit und individuelle Einstellungen können die emotionale Reaktion beeinflussen.

Aus Weihnachtsmännern werden keine Osterhasen

Das hartnäckige Gerücht, übrig gebliebene Schoko-Weihnachtsmänner würden eingeschmolzen und als Osterhasen wiederverkauft, stimmt nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) nicht. Saisonartikel bestehen demnach aus frisch hergestellter Schokoladenmasse. Nicht verkaufte Ware werde nach den Festtagen in der Regel günstiger angeboten oder an gemeinnützige Organisationen weitergegeben.

Der BDSI hält die Rücknahme bereits ausgelieferter Saisonware, ihr Einschmelzen und anschließendes Neuformen für lebensmittelrechtlich nicht zulässig und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Ein Umverpacken von Weihnachts- in Osterware schließt der Verband ebenfalls aus.

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