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Wie lange hält eine Wärmepumpe wirklich – und wovon hängt das ab?

Wie lange hält eine Wärmepumpe wirklich – und wovon hängt das ab?

Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe rechnen die meisten Fachleute mit einer Lebensdauer von rund 18 bis 20 Jahren, für Erdwärmepumpen mit 20 bis 27 Jahren. Warum die Angaben so stark schwanken, hat einen konkreten Grund: Verlässliche Langzeiterfahrungen mit modernen Geräten fehlen schlicht noch.

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Welche Wärmepumpenarten es gibt – und warum das für die Lebensdauer relevant ist

Die voraussichtliche Lebensdauer hängt zunächst vom Typ der Anlage ab. Entscheidend ist dabei, welche Wärmequelle die Pumpe nutzt.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen gewinnen Wärme aus der Außenluft. Laut Absatzzahlen des Bundesverbands Wärmepumpen machen sie rund 90 Prozent der jährlich in Deutschland verkauften Wärmepumpen aus.
  • Erdwärmepumpen und Grundwasserpumpen (Sole-Wärmepumpen) nutzen Wärme aus dem Erdreich oder dem Grundwasser. Nach Erfahrungswerten und Herstellerangaben haben sie eine etwas längere Lebensdauer als Luft-Wasser-Geräte.

Andere Typen wie Luft-Luft- oder Abwasser-Wasser-Wärmepumpen haben derzeit keinen nennenswerten Marktanteil in Deutschland.

Warum die Lebensdauer so schwer zu beziffern ist

Das theoretische Konzept der Wärmepumpe stammt aus den 1850er-Jahren, in größerem Maßstab verkauft werden moderne Geräte aber erst seit wenigen Jahren. Die jährlichen Verkaufszahlen in Deutschland liegen erst seit vier Jahren über 90.000 Stück. Das bedeutet: Für aktuelle Anlagen gibt es kaum belastbare Langzeitdaten.

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Energieberater Dr. Reinhard Loch vom Verband Wohneigentum NRW erklärt, dass die Technik in den vergangenen Jahren enorm vorangeschritten sei. „Aus diesem Grund können zum Beispiel 20 Jahre alte Wärmepumpen keine belastbaren Daten für die moderneren Anlagen liefern“, so Loch. Es fehlen schlicht Langzeiterfahrungen für heutige Geräte.

Die technische Norm DIN 2067 setzt die Lebensdauer elektrischer Wärmepumpen pauschal mit 20 Jahren an – denselben Wert wie für Öl- und Gaskessel. Loch zufolge macht man es sich damit jedoch „sehr einfach“.

Eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften hat Erfahrungswerte von Betreiberinnen und Betreibern sowie Herstellerangaben ausgewertet und daraus statistische Schätzwerte errechnet:

  • Erdwärmepumpe: durchschnittliche Lebensdauer 20 bis 27 Jahre
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: durchschnittliche Lebensdauer 18 bis 20 Jahre

Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen teils geringere Werte, weil sie häufig so geplant sind, dass sie sich öfter ein- und ausschalten. Dieses sogenannte Takten belastet die Anlage und verkürzt ihre Lebensdauer. Neuere Geräte mit Invertertechnik passen ihre Leistung stufenlos an und schalten seltener.

Lohnt sich die Investition trotz begrenzter Lebensdauer?

Eine Lebensdauer von 20 Jahren mag beim ersten Lesen kurz erscheinen. Eine 2022 im Auftrag des WWF Schweiz durchgeführte Studie untersuchte, ob sich der Austausch einer noch funktionierenden Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe rechnet. Sie berücksichtigte neben der Lebensdauer auch Reparaturanfälligkeit, Entsorgungskosten und Klimaauswirkungen.

Das Ergebnis: Selbst bei vielen schlecht gedämmten Altbauten rechnet sich ein Umstieg auf moderne Wärmepumpen. Dr. Reinhard Loch verweist außerdem darauf, dass die Wirtschaftlichkeit aktueller Wärmepumpensysteme gegenüber Gas- und Ölkesseln belegt sei. Er prognostiziert, dass Wärmepumpen künftig noch effizienter arbeiten, klimafreundlichere Kältemittel einsetzen und durch intelligente Steuerung besser geregelt werden – was dazu führen kann, dass ein Gerät vor Ende seiner technischen Lebensdauer durch ein neueres, effizienteres Modell ersetzt wird.

So lässt sich die Lebensdauer der Wärmepumpe verlängern

Regelmäßige Wartung und eine fachgerechte Planung sind die wirksamsten Mittel, um eine Wärmepumpe möglichst lange in Betrieb zu halten.

  • Fachgerechte Installation: Die Anlage muss individuell auf das Gebäude abgestimmt sein. Über- oder unterdimensionierte Geräte arbeiten nicht optimal und verschleißen früher.
  • Qualität der Anlage: Aufeinander abgestimmte Komponenten arbeiten in der Regel zuverlässiger und länger.
  • Regelmäßige Wartung durch einen Fachbetrieb: Das gilt nicht nur für die Inbetriebnahme, sondern für die gesamte Betriebsdauer.
  • Takten vermeiden: Luft-Wasser-Wärmepumpen sollten so konzipiert sein, dass sie sich nicht zu oft ein- und ausschalten müssen.
  • Einzelne Bauteile ersetzen statt die gesamte Anlage: Bei Erdwärmepumpen können Erdbohrung und Sonde auch nach 30 bis 50 Jahren noch einsatzfähig sein – ein Austausch der gesamten Anlage ist dann nicht nötig.

Der Einbau einer Wärmepumpe sollte grundsätzlich von qualifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden. Da die Preise je nach Anbieter erheblich variieren können, lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen.

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