Im Herbst liefern viele Wildpflanzen nährstoffreiche Früchte und Samen direkt aus der Natur – und das kostenlos. Wer beim Spazierengehen die Augen offenhält, erkennt sie oft an ihren leuchtend gefärbten Früchten. Diese vier Wildpflanzen lohnen sich besonders.
Eberesche: Rote Vogelbeeren zwischen August und Oktober ernten
Die Eberesche, auch Vogelbeere genannt, trägt im Herbst kleine, kugelrunde, rot gefärbte Früchte, die meist in Bündeln am Zweig wachsen. Die Erntesaison liegt zwischen August und Oktober. Allerdings sind nicht alle Sorten genießbar: Nur die süßen Sorten, etwa die Mährische (oder Essbare) Eberesche, eignen sich zum Verzehr. Diese Sorte erkennst du an ihren vielfach gefiederten, dunkleren und größeren Blättern sowie an den deutlich größeren Beeren mit einem Durchmesser von etwa 13 Millimetern.
Vogelbeeren solltest du nicht roh essen, da sie Parasorbinsäure enthalten, die Magen-Darm-Probleme verursachen kann. Das Online-Informationsportal Natürlich Medizin! empfiehlt, die Beeren zu kochen: Erst durch das Erhitzen wird Parasorbinsäure in verträgliche Sorbinsäure umgewandelt. Die Früchte sind reich an Vitamin C und Carotin und eignen sich nach dem Kochen gut für Marmeladen, Sirup, rote Grütze und Fruchtsaucen – zum Beispiel als Füllung für Kuchen oder als Topping für Desserts, Müslis und Joghurt.
Weißdorn: Erst nach dem ersten Frost wirklich süß
Der Weißdorn gehört zu den Rosengewächsen und wächst als Kleinbaum oder große Hecke mit einer Höhe von etwa 500 bis 700 Zentimetern. Charakteristisch sind seine langen, spitzen Dornen sowie die weißen, unangenehm riechenden Blüten im Frühjahr. Die dunkelroten, etwa einen Zentimeter großen Früchte reifen im August und September.
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Für den besten Geschmack solltest du die Früchte erst nach dem ersten Frost ernten – dann sind sie richtig süß und wohlschmeckend. Am besten kochst du sie mit etwas Wasser oder Fruchtsaft und pürierst sie anschließend. Das Püree anschließend durch ein feines Sieb gießen, um die Kerne zu entfernen. Es eignet sich als Füllung oder Topping für Porridge, Crêpes, Pfannkuchen oder Muffins. Da die Früchte vergleichsweise viel Pektin enthalten, funktionieren sie außerdem gut als Geliermittel und lassen sich gut mit anderen Früchten zu Marmeladen verarbeiten.
Hagebutte: Zwischen Oktober und November ernten, Nüsschen unbedingt entfernen
Die Hagebutte zählt zu den bekanntesten Herbstfrüchten. Es handelt sich um die Früchte verschiedener Rosenarten – besonders verbreitet sind Hundsrose, Gebirgsrose und Weinrose. Geerntet werden Hagebutten am besten zwischen Oktober und November, nur selten sind sie schon ab September reif. Die Früchte sind kugelig oder oval und meist rot, orange oder gelb gefärbt, manche Sorten auch grünlich bis bräunlich.
Im Inneren der Hagebutten befinden sich kleine Nüsschen, die bei Hautkontakt Juckreiz auslösen können. Sie sollten daher vor dem Verzehr entfernt werden. Danach können die Früchte roh gegessen oder weiterverarbeitet werden, zum Beispiel zu:
- Hagebuttenmarmelade
- Hagebuttenpulver
- Hagebutten-Ketchup
- Hagebuttentee
- Schwedischer Hagebuttensuppe
Durch Trocknen lassen sich Hagebutten haltbar machen.
Brennnessel: Samen ab August grün oder ab Oktober reif verwenden
Von der Brennnessel sind alle Pflanzenteile als Gewürz oder Heilkraut verwendbar. Blätter und Wurzeln sind ganzjährig verfügbar und enthalten unter anderem nennenswerte Mengen an Vitamin A, Vitamin C, Vitamin K, Calcium, Eisen, Magnesium und pflanzlichem Eiweiß. Im Herbst liefert die Wildpflanze zusätzlich ihre Samen.
Beim Ernten ist Vorsicht geboten: Die charakteristisch oval geformten, eingekerbten Blätter verursachen bei Berührung einen brennenden Schmerz. Die grünen, unreifen Samen sind meist ab August verfügbar und bereits genießbar. Ab Oktober zeigt eine bräunliche Färbung an, dass die Samen vollständig reif sind. Zu beiden Zeitpunkten sind die Samen reich an essentiellen Fettsäuren und Tocopherolen (Vitamin E). Eine Studie belegte zudem ihre antibakterielle Wirkung.
Brennnesselsamen schmecken leicht nussig und eignen sich als Topping für Salate, Suppen und Sandwiches sowie als Zutat für Dips, Kräuterquark oder Kräuterbutter. Wer sie zu einem Pulver vermahlt, kann sie außerdem in Smoothies oder Müslis einsetzen.
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